Zum Inhalt springen

Glossar – 89 Fachbegriffe

Die Begriffe sind nach Themen geordnet. Der deutsche Fachbegriff bleibt in jeder Sprache stehen, weil Berufsschule, Betrieb und Prüfung auf Deutsch stattfinden. Wer den Begriff kennt, findet ihn auf jeder Seite dieser Website wieder.

Beruf und Ausbildung

FachbegriffErklärung
AusbildungDuale Berufsausbildung: Betrieb + Berufsschule, beim Elektroniker 3½ Jahre (ElekAusbV 2021).
Azubi / Auszubildende(r)Person in der Berufsausbildung; arbeitet immer unter Aufsicht einer Elektrofachkraft.
BerufsschuleSchulischer Teil der dualen Ausbildung, unterrichtet nach Lernfeldern (KMK-Rahmenlehrplan).
LernfeldUnterrichtseinheit der Berufsschule, an einem typischen Kundenauftrag orientiert; 13 Lernfelder, 1 020 Stunden.
Gesellenprüfung (gestreckt)Abschlussprüfung im Handwerk in zwei Teilen: Teil 1 im 4. Ausbildungshalbjahr (30 %), Teil 2 am Ende (70 %).
GesellenbriefUrkunde über die bestandene Gesellenprüfung; Nachweis der Qualifikation als Elektroniker/-in.
KundenauftragWichtigster Prüfungsbereich in Teil 2 (36 %): 16-stündige Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch.
Handwerkskammer (HWK)Zuständige Stelle für Ausbildungsvertrag, Prüfungen und Meisterprüfung im Handwerk.
Meister/-inHöchster Handwerksabschluss (§ 45 HwO), Voraussetzung für eigenen Elektrobetrieb; DQR-Niveau 6.
Elektrofachkraft (EFK)Person mit Elektroausbildung, Erfahrung und Normenkenntnis, die selbstständig an elektrischen Anlagen arbeiten darf (DGUV V3).
Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP)Von einer Elektrofachkraft für bestimmte Aufgaben unterwiesene Person; arbeitet nur unter Leitung und Aufsicht.
NetzbetreiberBetreiber des Stromnetzes; setzt Zähler, verplombt, führt das Installateurverzeichnis.
InstallateurverzeichnisListe des Netzbetreibers mit Betrieben, die am Hausanschluss und Zählerplatz arbeiten dürfen (§ 13 NAV).
AusbildungsvergütungMonatliches Gehalt in der Ausbildung; gesetzliches Minimum 2026: 724 € im 1. Jahr, Tarif meist deutlich höher.

Grundlagen

FachbegriffErklärung
Spannung (U)Elektrischer „Druck“ zwischen zwei Punkten, Einheit Volt (V). Hausnetz: 230 V / 400 V.
Strom / Stromstärke (I)Ladungsmenge pro Sekunde durch einen Leiter, Einheit Ampere (A).
Widerstand (R)Maß dafür, wie stark ein Bauteil oder Leiter den Strom begrenzt, Einheit Ohm (Ω).
Leistung (P)Arbeit pro Sekunde, P = U · I, Einheit Watt (W).
Energie / Arbeit (W)Leistung mal Zeit, Einheit Kilowattstunde (kWh) – das, was der Zähler zählt.
Ohmsches GesetzU = R · I – Zusammenhang von Spannung, Widerstand und Strom.
Wechselstrom / WechselspannungStrom, der die Richtung periodisch wechselt; in Europa 50 Hz, 230 V zwischen Außenleiter und Neutralleiter.
DrehstromDrei um 120° versetzte Wechselspannungen (L1, L2, L3); 400 V zwischen zwei Außenleitern.
Außenleiter (L1, L2, L3)Spannungsführender Leiter („Phase“); Farben braun, schwarz, grau.
Neutralleiter (N)Rückleiter, mit dem Sternpunkt verbunden; Farbe blau.
Schutzleiter (PE)Leiter zum Schutz gegen elektrischen Schlag, führt im Normalbetrieb keinen Strom; Farbe grün-gelb.
PEN-LeiterKombinierter Schutz- und Neutralleiter in TN-C-Netzen, bis zum Hausanschluss; wird auf der Haupterdungsschiene aufgeteilt.
LeiterfarbenAderkennzeichnung nach DIN VDE 0293-308: L1 braun, L2 schwarz, L3 grau, N blau, PE grün-gelb.
Netzform (TN, TT, IT)Art der Erdung von Netz und Geräten; in deutschen Wohngebäuden meist TN-C-S.
ErdungLeitende Verbindung mit dem Erdreich, z. B. über den Fundamenterder.
FundamenterderBandstahl oder Rundstahl im Betonfundament als Erder; bei Neubauten Pflicht.
Haupterdungsschiene (HES)Zentrale Erdungsschiene im Hausanschlussraum; hier werden Erder, PE, PEN-Aufteilung und Potentialausgleich verbunden.
PotentialausgleichVerbindung aller leitfähigen Teile (Rohre, Heizung, Stahl) mit der HES, damit keine gefährlichen Spannungen entstehen.
QuerschnittLeiterfläche in mm²; bestimmt Strombelastbarkeit und Spannungsfall (1,5 / 2,5 / 10 / 16 mm²).
SpannungsfallSpannungsverlust auf der Leitung durch deren Widerstand; darf nach DIN 18015 in der Regel 3 % nicht übersteigen.
IsolationswiderstandWiderstand der Isolierung gegen PE, mit 500 V DC gemessen; mindestens 1 MΩ.
FehlerstromStrom, der auf einem unbeabsichtigten Weg zur Erde fließt (Gehäuse, Mensch); der RCD erkennt ihn.
KurzschlussDirekte Verbindung zwischen Leitern verschiedener Spannung; sehr hoher Strom, LS-Schalter löst sofort aus.
ÜberlastDauerhaft zu hoher Strom durch zu viele Verbraucher; Leitung erwärmt sich, LS-Schalter löst zeitverzögert aus.
Schutzklasse (I, II, III)Einteilung von Geräten nach Schutz gegen elektrischen Schlag: I mit PE, II schutzisoliert, III Kleinspannung.
Schutzart (IP)Schutz eines Gehäuses gegen Fremdkörper und Wasser, z. B. IP44 (spritzwassergeschützt).

Schutzorgane

FachbegriffErklärung
Leitungsschutzschalter (LS-Schalter)„Sicherungsautomat“; schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, z. B. B16.
Auslösecharakteristik (B, C, D)Bereich des magnetischen Auslösers eines LS-Schalters: B 3–5×, C 5–10×, D 10–20× Nennstrom.
NennstromStrom, den ein Schutzorgan dauerhaft führen darf, z. B. 16 A.
RCD / FI-SchutzschalterFehlerstrom-Schutzschalter; schaltet bei Differenzstrom ab, Personenschutz bei IΔn = 30 mA.
Bemessungsdifferenzstrom (IΔn)Fehlerstrom, ab dem ein RCD spätestens auslöst; 30 mA für Personenschutz, 300 mA für Brandschutz.
RCD-Typ (A, F, B)Art der erkannten Fehlerströme: A Standard Wohnung, F Frequenzumrichter, B glatte Gleichfehlerströme (Wallbox, PV).
RCBOKombination aus RCD und LS-Schalter für einen einzelnen Stromkreis.
SchmelzsicherungSicherung mit Schmelzdraht (Neozed, NH); muss nach Auslösung ersetzt werden.
SLS-SchalterSelektiver Hauptleitungsschutzschalter vor dem Zähler; Vorsicherung und Freischaltpunkt der Kundenanlage.
SelektivitätNur das dem Fehler nächstgelegene Schutzorgan löst aus, nicht die Vorsicherung.
Überspannungsschutz (SPD)Ableiter gegen Spannungsspitzen durch Blitz oder Schaltvorgänge; Typ 1, 2, 3; in Neubauten Pflicht.
Prüftaste (T)Taste am RCD, die einen Fehlerstrom simuliert; monatlich drücken.

Anlage und Bauteile

FachbegriffErklärung
Hausanschlusskasten (HAK)Übergabepunkt vom Netz ins Gebäude mit NH-Sicherungen; Eigentum des Netzbetreibers, verplombt.
HauptleitungUngezählte Leitung vom HAK zum Zählerschrank, z. B. 5×16 mm².
Zählerplatz / ZählerschrankOrt der Messung nach VDE-AR-N 4100: Sammelschiene, SLS, Zählerfeld, Verteilerfeld, APZ.
Zähler (eHZ)Elektronischer Haushaltszähler; wird vom Messstellenbetreiber gesetzt und verplombt.
APZAbschließbarer Platz für Zusatzanwendungen im Zählerschrank (Smart-Meter-Gateway, Steuerbox).
Unterverteilung / Stromkreisverteiler„Sicherungskasten“ der Wohnung: Hauptschalter, SPD, RCDs, LS-Schalter, Klemmen.
ZuleitungLeitung vom Zählerschrank zur Unterverteilung, z. B. NYM-J 5×10 mm².
EndstromkreisStromkreis vom LS-Schalter zu den Verbrauchern (Steckdosen, Licht, Herd).
HauptschalterSchaltet die gesamte Verteilung allpolig ab; erster Schritt beim Freischalten.
Hutschiene35-mm-Tragschiene für Reiheneinbaugeräte; 1 Teilungseinheit (TE) = 18 mm.
ReiheneinbaugerätGerät für die Hutschiene: LS, RCD, Relais, Zeitschaltuhr.
Kammschiene / PhasenschieneSteckbare Sammelschiene, die mehrere LS-Schalter mit dem RCD verbindet.
ReihenklemmeKlemme auf der Hutschiene für N- und PE-Leiter; N-Trennklemmen je RCD-Gruppe.
AderendhülseMetallhülse auf feindrähtigen Leitern für sichere Klemmung.
NYM-JMantelleitung für feste Verlegung in trockenen und feuchten Räumen; J = mit grün-gelbem Schutzleiter.
Verteilerdose / AbzweigdoseDose, in der Leitungen mit Verbindungsklemmen verteilt werden.
Steckdose (Schuko)Schutzkontakt-Steckdose mit L, N und PE; in Wohnungen hinter RCD 30 mA, LS B16.

Schaltungen

FachbegriffErklärung
AusschaltungEine Leuchte von einer Stelle schalten; geschaltet wird immer der Außenleiter.
WechselschaltungEine Leuchte von zwei Stellen schalten; zwei Wechselschalter, zwei korrespondierende Leiter.
KreuzschaltungEine Leuchte von drei oder mehr Stellen schalten; Kreuzschalter zwischen zwei Wechselschaltern.
Korrespondierende LeiterDie zwei Leiter zwischen zwei Wechselschaltern (schwarz, grau).
Geschalteter LeiterLeiter vom Schalter zur Leuchte, der nur bei „ein“ Spannung führt (schwarz).
StromlaufplanSchaltplan in aufgelöster Darstellung, zeigt den Wirkungszusammenhang.
InstallationsplanGrundriss mit Lage von Dosen, Schaltern, Leuchten und Leitungen.

Sicherheit, Prüfung, Normen

FachbegriffErklärung
Fünf SicherheitsregelnFreischalten · gegen Wiedereinschalten sichern · Spannungsfreiheit feststellen · erden und kurzschließen · benachbarte Teile abdecken (DIN VDE 0105-100).
FreischaltenAllpoliges Abschalten des Anlagenteils vor der Arbeit – erste Sicherheitsregel.
Spannungsfreiheit feststellenMit zweipoligem Spannungsprüfer an allen Leitern prüfen; Prüfer vorher und nachher testen.
Zweipoliger SpannungsprüferEinziges zugelassenes Gerät zum Feststellen der Spannungsfreiheit (DIN EN 61243-3).
ErstprüfungPrüfung jeder neuen Anlage vor Inbetriebnahme nach DIN VDE 0100-600: Besichtigen, Erproben, Messen, Protokoll.
PrüfprotokollDokument mit allen Messwerten, Datum und Unterschrift; gehört zur Übergabe der Anlage.
SchleifenimpedanzWiderstand der Fehlerschleife; bestimmt, ob der LS-Schalter im Kurzschlussfall sicher abschaltet.
DrehfeldReihenfolge der Außenleiter L1–L2–L3; am Zähler und Herd muss ein Rechtsdrehfeld anliegen.
DGUV Vorschrift 3Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“; regelt, wer arbeiten und prüfen darf.
§ 13 NAVNiederspannungsanschlussverordnung: Arbeiten hinter dem Hausanschluss nur durch eingetragene Installateurbetriebe.
VDE-AR-N 4100Technische Anschlussregel Niederspannung: Aufbau von Hausanschluss und Zählerplatz.
DIN 18015Norm für elektrische Anlagen in Wohngebäuden: Planung und Mindestausstattung (Steckdosen, Stromkreise).
DIN VDE 0100Normenreihe „Errichten von Niederspannungsanlagen“; Teil 410 Schutz gegen elektrischen Schlag, Teil 600 Prüfungen.